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Blue Bags

Die Geschichte des BlueBag Projekts

Im Sommer 2015 wurde in Dresden an der Bremer Straße zum ersten Mal eine Zeltstadt aus dem Boden gestampft, um ankommende Geflüchtete unterzubringen. Viele hundert ehrenamtliche Helfer haben versucht, die Situation für die Menschen etwas erträglicher zu machen, und viele Dresdner haben mit Spenden unterstützt. Auch Mitglieder des Netzwerkes „Dresden für Alle“ waren damals vor Ort. Sie standen vor der Aufgabe, im Sinne der Spender ein nachhaltig sinnvolles Projekt für die Geflüchteten auf die Beine zu stellen. Aus den Erfahrungen der EAE Bremer Straße wussten sie, dass sehr viele Menschen bei ihrer Ankunft buchstäblich nur das besitzen, was sie am Leibe tragen. Die Möglichkeiten und Mittel des DRK, für das Notwendige zu sorgen, waren und sind jedoch bei aller Anstrengung begrenzt. So entstand bei einigen Mitgliedern die Idee der BlueBags – als eine Art erstes Notfallpaket mit den Dingen, die durch Sachspenden nicht abzudecken sind aber doch so wichtig sind.

Das BlueBag Team

Die Mitglieder des BlueBag Teams waren zu Beginn des Projekts auch Teil des Netzwerkrates von „Dresden für Alle“. Mit Gründung des Vereins Atticus ging das Projekt in die Verantwortung unseres Vereins über, wobei die Mitglieder des BlueBag Teams dieselben geblieben sind. So konnte die Arbeit ohne Reibungsverluste weitergeführt werden. Als eine der gelisteten Initiativen des Netzwerkes freuen wir uns auch weiterhin über jede Unterstützung von „Dresden für Alle“.

Die BlueBags – Inhalt und bisherige Verteilung

Die Bags enthalten jeweils mehrmals Unterwäsche, Socken, Handtücher und bestimmte Hygieneartikel. Es gab sie zu Anfang nur für Männer und Frauen, die erste Auslieferung von 1.000 BlueBags fand zu Beginn des Herbstes 2015 in der Bremer Straße statt (MDR berichtete). Die große Zahl der Menschen, die zu uns nach Dresden kamen, und die leider damals fortbestehenden Unzulänglichkeiten bei deren Versorgung haben uns dann dazu veranlasst, uns die Bereitstellung der Bags für jeden in Dresden ankommenden Geflüchteten vorzunehmen. Diese Verpflichtung haben wir eingelöst; wir haben hunderte Stunden mit Beschaffung, dem Packen und der Logistik der Auslieferung verbracht – mit Erfolg. Nach der Bremer Straße haben wir die EAEs Nöthnitzer Straße, Marienallee/Heeresschule, Mensa, Gutzkowstraße, Schnorrstraße, Teplitzer Straße und Hamburger Straße beliefert, dazu eine Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und die EAE Grillenburg. Über 5.300 BlueBags wurden – zuerst bei uns zu Hause – gepackt. Später konnten wir die Lagerräume der Dresdner Tafel in der Zwickauer Straße nutzen. Viele Menschen haben uns beim Packen und Ausliefern geholfen, ihnen allen möchten wir Danke sagen, ebenso wie dem DRK Landesverband Sachsen, mit dem wir die Aktion koordiniert haben.

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Entgegen unserer anfänglichen Erwartung traf es nicht zu, dass fast ausschließlich Männer hierherkommen, im Gegenteil stieg der Anteil von Frauen und Kindern sehr an.

Seit Dezember 2015 überstieg die Zahl der ankommenden Frauen und Kinder die der Männer bei Weitem. Wir hatten deshalb bald begonnen, auch Beutel für Kinder zu packen; sie enthalten ebenfalls Wäsche und Socken, aber statt der Hygieneartikel Mützen, Malblöcke und Buntstifte. Es gibt Bags für kleine und größere Mädchen (2-7 Jahre/8-12 Jahre) sowie kleine und größere Jungen (2-7 Jahre/8-14 Jahre). Zusätzlich dazu haben wir BlueBags für Babys mit Babymützen, Socken, Flaschen und Sauger sowie viele Hygieneartikel. Damit wollen wir in wirklich jedem Flüchtling, egal welchen Alters und welchen Geschlechts, diese kleine Geste der Unterstützung und des Willkommens bieten.

Wie geht es weiter?

Trotz der vielen tausend BlueBags, die wir bisher in Dresden und Umgebung verteilen konnten, haben wir Dank der eingegangenen Spenden noch immer Vorräte, die es zu verteilen gilt. Die Politik der geschlossenen Grenzen in Europa hat uns allerdings die Projektarbeit erschwert. Während nach wie vor täglich tausende Menschen auf der Flucht vor Krieg und Unterdrückung an Europas Küsten ankommen, werden in Dresden Erstaufnahmeeinrichtungen geschlossen, weil keine Menschen aus Kriegsgebieten mehr bis hierherkommen. Für uns bedeutet das nicht, dass wir unsere Arbeit einstellen, denn wir wissen, dass die Sachen gebraucht werden. Unser Projekt wird deshalb dahingehend verändert bzw. erweitert, dass wir BlueBags an Auffanglanger in Italien, Griechenland und andere Ankunftsländer transportieren werden. Wir sind deshalb aktuell auch auf der Suche nach bzw. bereits in Gesprächen mit Kooperationspartnern, die ähnliche Ziele haben. Über eine Kontaktaufnahme zu uns via info@atticus-dresden.de von solchen Organisationen oder Initiativen würden wir uns sehr freuen.

Spenden

Wir sind auf Spenden angewiesen, um für Beschaffung und Transport der BlueBags in die Länder sorgen zu können, in die nach wie vor jeden Tag tausende flüchtende Menschen ankommen. Sie haben, wenn sie die Überfahrt übers Mittelmeer überleben, nichts mehr als das was sie am Leibe tragen und sind dann gezwungen in den Ankunftsländern Europas in teilweise wilden Camps mit furchtbaren hygienischen Zuständen zu vegetieren. Für diese Menschen möchten wir einen kleinen Beitrag dazu leisten, den es braucht, um das zu erhalten, was ein Mensch braucht. Würde.

Wir danken den bisherigen und allen künftigen Unterstützern sehr herzlich für ihren Beitrag.

Das Spendenkonto von Atticus e.V.

Ostsächsische Sparkasse Dresden
IBAN: DE21 8505 0300 0221 1149 12
BIC: OSDDDE81XXX