Vox populi?!

Der Klang der Demokratie

Die Produktion „Vox populi?! Der Klang der Demokratie“ wollte in unterschiedlichen Formaten und unkonventionellen chorischen Ästhetiken Sänger*innen, Chor- und Ensembleleiter*innen, sowie allen weiteren Bürger*innen neue verschiedene Zugangsmöglichkeiten zu einer zeitgenössischen Vokalpraxis aufzeigen. In Verbindung mit der Idee der Stärkung demokratischer Ideen und Grundgedanken — für eine offene Gesellschaft und eine Ensemblekunst des 21. Jahrhunderts. Die Begegnung mit zeitgenössischer Gesangskunst unter demokratieförderndem Aspekt. Vox populi?! gab Impulse in kulturelle und politische Landschaften für ein engagiert(er)es Miteinander, Allem und Jedem soll zum zeitgenüsslichen Singen und Hören verholfen werden. Es fordert und fördert die Kommunikations- & Demokratiefähigkeit unter Profis wie Laien. Das „Superwahljahr“ 2017 wurde zum „Superuraufführungsjahr“: Elf Komponist*innen waren bereit, ehrenamtlich Werke zu schreiben, die den genannten Intentionen Rechnung tragen.

Anlass für die Produktion war die Einladung des Deutschen Chorverbandes, das von Rupert Huber und dem SWR Vokalensemble bei der chor.com 2015 initiierte Format „Frisch komponiert“ fortzusetzen. Die demokratiekritischen und -feindlichen Entwicklungen der letzten Jahre gerade in Sachsen, die ein deutliches Defizit in Sachen Bürger- und Demokratiekompetenz aufzeigen, legte die Entscheidung des Programmthemas „Der Klang der Demokratie“, unmittelbar vor der deutschen Bundestagswahl, fest.

Transformatives und nachhaltiges Wirken in die Gesellschaft und Chorlandschaft sind klar ausgesprochene Ziele, die Olaf Katzer und die Sänger*innen von AUDITIVVOKAL DRESDEN mit der Produktion „Vox populi. Der Klang der Demokratie“ in Konzerten und Workshops verfolgen.

So verschieden, heterogen und uneins die Menschen, so unterschiedlich sind auch die Werke, die das vorliegende Programm bilden und eine facettenreiche Vielfalt aktueller Kompositions- und Interpretationsästhetiken zeigen. So spiegeln sich die Vermittlung konstitutiver Grundgedanken „der“ Demokratie auf textlich-inhaltlicher, auf architektonisch-konzeptueller und nicht zuletzt auf performativer Ebener wider. Dabei findet jede*r Komponist*in ihre/seine eigene Auslegung freiheitlich demokratischer Musikdramaturgie — anhand von interaktiven Formaten, die das Publikum einbeziehen können (Christian Kesten, Steffi Weismann) oder interpretatorischen Prozessen, die den Sänger*innen ermöglichen „wählerisch“ zu sein (Peter Motzkus, Agnes Ponizil, Idin Samimi Mofakham, Amir Shpilman). Aber auch anhand von Vertonungen dezidiert demokratiefördernder und provozierender Texte (Michael Edward Edgerton, Harald Muenz, Richard Röbel, Gerhard Stäbler, Johannes Voit), die mit musikalischen Zitaten spielen, lassen sich die inhärent demokratischen Gedanken auffinden.

Die im Auftrag von AUDITIVVOKAL DRESDEN geschriebenen Kompositionen wurden im Rahmen der chor.com am 15. September 2017 — dem Internationalen Tag der Demokratie — in den „Solistenfassungen“ uraufgeführt. Dem ursprünglichen Anliegen von „Vox populi?! Der Klang der Demokratie“ wurde später in mehreren Konzerten und Workshops beim Chorfestival „Meißen klingt“ (9. September) und im Albertinum Dresden (13. September) Rechnung getragen, da unter anderem das Junge Ensemble Dresden, der Seniorenchor der Singakademie Dresden e. V. und der Freie Chor Dresden sich der „Chorfassungen“ nämlicher Auftragswerke annahmen.